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| Die Afrodeutsche Geschichte hat ihren Ursprung in der deutschen Kolonialzeit. |
Wir wissen Bescheid
darüber, dass es die Sklaverei gab in Amerika, Apartheid in
Südafrika oder, dass Länder wie Großbritannien oder Frankreich in
Afrika Kolonien
errichtet hatten. Über die deutsche Kolonialzeit in Afrika wird
hierzulande jedoch eher geschwiegen. Dabei kann sie sich in Sachen
Brutalität und Ungerechtigkeit sehr gut einreihen in den Teil der
Weltgeschichte, der am besten nie passiert wäre.
In den 1870er Jahren gründete
Deutschland seine ersten Kolonien in Afrika. Man wollte mit
Großbritannien und Frankreich konkurrieren, die schon lange ihre
Kolonie errichtet hatten und wertvolle Rohstoffe aus Afrika
exportierten. Außerdem wollte man sich mehr Lebensraum schaffen. Der
Leitsatz lautete:
„Die Deutschen sind
ein Volk ohne Raum, Afrika ist an Land ohne Volk.“
Im Allgemeinen wurden die
Afrikaner von den Europäern nicht als zivilisierte Menschen
angesehen. Sie wurden als Wilde bezeichnet und mit Tieren
gleichgesetzt. Ihnen wurde keine Intelligenz zugeschrieben und man
wollte sie belehren, so wie man es mit Kindern tut. Dieses Bild
rechtfertigte das Errichten von Kolonien in Afrika. Zunächst gab es
vier deutsche Kolonien. Dazu zählten:
Kamerun
Togo
Deutsch-Südwest (Namibia)
Deutsch-Ostafrika (Tansania, Ruanda,
Burundi)
Schutzgebiete
Die Kolonien wurden
jedoch nie als Kolonien bezeichnet. Man nannte sie Schutzgebiete
und wollte den Einwohnern der afrikanischen Ländern Glauben machen,
sie vor den anderen, „bösen“ Europäern zu beschützen. Doch das
Gegenteil war der Fall. Die Deutschen schlossen sogenannte
Schutzverträge mit den Afrikanern ab, die mit Schutz nichts
zu tun hatten. In Namibia zum Beispiel wurden in den Verträgen
unterschiedliche Meilenangaben für das Land angegeben und die
Einwohner wurden betrogen. Wer die betrügerischen Verträge nicht
unterzeichnen wollte, wurde teilweise mit Gewalt dazu gezwungen.
Die Afrikaner wurden
systematisch ausgebeutet und gedemütigt. Dies führte von ihrer
Seite jedoch zu Aufständen (zB.
die
Aufstände der Herero und Nama) , denn sie
wollten sich den Deutschen nicht kampflos beugen. Die Aufstände
wurden jedoch gewaltsam von den Deutschen Truppen niedergeschlagen.
Kolonialstil heute
Erst 1918, mit
Ende des 1. Weltkriegs
endete auch die Kolonialzeit in Afrika. Spuren aus dieser Zeit sind
jedoch bis heute noch in Europa zu finden. Nicht nur durch die
Rohstoffe Zucker, Kaffee, Tabak, Reis, Kakao, Tee oder verschiedene
Gewürze, die damals als
Kolonialwaren nach Europa eingeführt
wurden. Auch die klischeehaften Darstellungsformen von Afrikanern
aus der Kolonialzeit sind heute noch teilweise bestehen geblieben.
Die bekannte
Dienerfigur zum Beispiel, die man noch oft als
Dekoration oder als Logo der
Sarotti Schokolade sieht, hat ihren Ursprung in dem Bild des Afrikaners als unterwürfiger
Dienstbote. Der sogenannte Kolonialstil ist nach wie vor vorhanden in
der Gegenwart.
Bei einem Einkaufsbummel
habe ich neulich folgende Figuren vor einem Geschäft stehen gesehen
und mir lief es eiskalt den Rücken herunter.
Sie erinnern doch stark an die unterwürfige Pose eines "afrikanischen Dieners" aus der Kolonialzeit. Nur stark modernisiert. Nicht in Schwarz sondern rot und in Hochglanz. Trotzdem, die Pose ist eindeutig und die Verbindung, die man damit herstellen kann auch. Ist das geschmacklos oder einfach moderne Kunst? Fakt ist, dass man in Sachen Kolonialstil mit offenen Augen durch die Welt gehen und nicht vergessen sollte, welche grausame und ungerechte Geschichte dahinter steht.
Esther Donkor
Labels: Geschichte, Krausekultur