Wo liegen deine Wurzeln?
In
Gambia - auch bekannt als Smiling Coast. Ein kleines aber wunderschönes
Land in West Afrika. Ich bin dort geboren, aber lebe seit ca. 20 Jahren
in Deutschland!
Wie kamst du dazu, dir die Haare natürlich wachsen zu lassen?
Ich
habe früher nie darüber nachgedacht, einen Afro zu tragen. Das klingt
merkwürdig, aber es war irgendwie nichts was zur Debatte stand. Ich habe eher mit dem Gedanken gespielt mir DreadLocs zu machen. Dann
habe ich einige Bilder von Tamiko Fraser, einem dunkelhäutigem Model,
gesehen. Sie trug ihre Haare zu einem kurzen Afro und ich fand das sehr inspirierend. Irgendwie habe ich mich gefragt warum man auf der Strasse so selten Frauen mit ( echten ) Afros sieht. Danach wollte ich die Haare unbedingt auch so haben. Ich
war dann mit meinen natürlichen Haaren im AfroShop und wollte eine
Beratung für die richtigen Produkte und Pflege meiner Haare. Da
habe ich festgestellt, dass die selber nicht so richtig Bescheid
wussten. Ich fand das ziemlich heftig und als die zu mir meinten, dass
ich mit meinen Haaren eh nicht so rumlaufen könnte, weil das nicht schön
und professionell wäre, dachte ich mir: Jetzt erst recht! Ich
habe mich informiert, meine Haare etwas nachwachsen lassen und dann vor
ca. einem Jahr alle kaputten Haare abgeschnitten und es bis heute nicht
bereut!
Was magst du am liebsten an deinen Haaren?
Wie sie sich anfühlen! ;)
Was ist deine Haarroutine und welches sind deine Lieblingsprodukte?
Ich benutze hauptsächlich natürliche Öle, Wasser und SheaButter aus Gambia. SheaButter, Kokos - und Olivenöl sind das Beste für meine Haare!
Hast du auch ein Paar Beauty-Tricks für die Krauselocken
parat?
Shine and Smile as much as you can, but if you can not : Do not! Nichts ist schrecklicher und hässlicher als ein gespieltes Lächeln.
Was machst du beruflich/ womit verdienst du dein Geld?
Ich bin Visual Merchandiser ( Gestalterin für visuelles Marketing ) bei einem spanischen Mode Unternehmen.
Was macht dir Spaß, an deiner beruflichen Tätigkeit/ am Studium?
Ich
habe eine Ausbildung zur Modedesignerin gemacht. Aber schon während des
Studiums war es für mich immer viel interessanter die Outfits zu
gestalten.
Während
ich eigentlich noch beim Entwurf eines einzelnen Kleidungsstücks war,
hatte ich innerlich schon 1000 Ideen für die fertigen Outfits. Wie ich
sie kombinieren wollte, mit welchen Accessoires, welches Model sie
tragen sollte.
Ich
fand immer die Inszenierung von Mode mit allen organisatorischen
Aufgaben, sehr viel interessanter als das
Gestalten. Organisationen von Modenschauen und Shootings sind einfach
das was mir am meisten Freude bereitet! Deshalb war mir schon schnell
bewusst, dass es beruflich für mich nicht in Richtung Design gehen
würde, sondern eher Styling bzw. Marketing...
Wie wird man das, was du bist?
Normalerweise
ist der Beruf des Gestalters für Visuelles
Marketing eine ganz normale 2 - 3 Jährige Ausbildung. Mit viel Fleiß,
einem sehr guten Gespür für Farben und Stoffe und einem Faible für
Statistiken, kann man das aber auch als Quereinsteiger machen. Man darf
nur wirklich nicht unterschätzen, dass es im Endeffekt um Umsatz und
Koordination geht. Ansonsten ist es ein sehr schöner Beruf und je
nachdem für welche Firma man arbeitet, hat man auch sehr gute Aufstiegs -
und Weiterbildungsmöglichkeiten!

Was möchtest du den Krauselocken sonst noch mitteilen?
Es
wäre lächerlich wenn jetzt umgekehrt alle, die ihre Haare natürlich
tragen, anfangen würden, auf die anderen mit dem Finger zu zeigen die es
nicht tun! Jeder muss es für sich selbst entscheiden, ob er sich mit
seinem
Naturhaar wohlfühlt oder nicht. Wer Braids oder Weaves schöner findet,
sollte die tragen. Auch färben und glätten sollten die jenigen die sich
so wohler fühlen, weiterhin machen. Nur schämen sollte sich definitiv
niemand für seine Krauselocken! Das wäre sehr traurig und würde uns in
der Geschichte um mehr als nur ein Jahrhundert zurückwerfen! Schließlich
kommt der Gedanke, dass Krauselocken etwas Schlechtes sind noch aus der
Kolonialzeit. Nachdem so viele Menschen für Gleichberechtigung aller
Hautfarben gekämpft haben, müssen allen vorran die
schwarzen Frauen selber aufhören, in Schubladen zudenken und sich und
ihren "Schwestern" einzureden, dass die eigenen Haare nicht gut genug
sind. Lernt euch selbst kennen und seid stolz auf eure Herkunft. Es gibt
keine guten und schlechten Haare, aber gesundes Haar! Und das sollte
für jeden erstrebenswert sein! krauselocke.de ist z.b. eine super Möglichkeit sich zu informieren! ;)