Heute feiern wir den Geburtstag von Bob Marley und bringen euch den Ursprung der Rastafari-Kultur näher.....
Um unsere Haare natürlich wachsen zu lassen, tun wir so einiges.
Wir pflegen sie mit möglichst natürlichen Haarprodukten und
schützen sie mit Braids, Twists oder Rastas. Mittlerweile ist selbst
bei uns Krauselocken eine ganze Bewegung hin zur Natürlichkeit
entstanden. Der Ursprung für diese Bewegung wurde jedoch nicht erst
durch uns in heutiger Zeit gelegt. Es waren die Rastafari die den
Stein ins Rollen brachten.
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| tumblr.com/tagged/dreadlock%20rasta |
Seit den frühen 50er Jahren lässt sich die Mehrzahl der
Rastafari sogenannte Dreadlocks oder Dreads wachsen. Diese entstehen nicht etwa
beim Frisör, sondern dadurch, dass die Haare nicht künstlich
behandelt werden. Gewaschen werden sie möglichst nicht mit Shampoo
oder Seife, sondern mit rein natürlichen Produkten. Wichtig für die
Rastafari ist es, die Haare in ihrer natürlichen Form zu belassen.
Sie werden auch weder geschnitten noch gekämmt, sodass sie mit der
Zeit mehr und mehr verfilzen.
Schreckenslocken – Woher haben die Dreadlocks ihren Namen?
Die Dreadlocks waren in den 50ger Jahren auch eine ganz bewusste
Entscheidung gegen das in Jamaika vorherrschende Schönheitsideal.
Glattes Haar wurde als „good hair“ bezeichnet. Lockiges Haar war
das altbekannte „bad“ oder „knotty hair“.
Verfilzte Haare wurden in Jamaika zu jender Zeit als Frisur
von Obdachlosen und Wahnsinnigen betrachtet. Da eine solche Frisur
Mitgliedern der übrigen Gesellschaft Furcht (Dread) einflößen
konnte, nannten die Rastas ihre verfilzten Haare Dreadlocks*
Ziel der Rastafari ist die Befreiung aller körperlichen und
geistigen Zwänge der Gesellschaft. Sie wollen sich von dieser
abheben und sich nicht nach allgemeiner Meinung richten. Die
Gesellschaft wird von den Rastafari auch als Babylon bezeichnet. Die
vielverwendete Aussage Dreadlock in a Babylon spielt
unter anderem darauf an, dass Rastas oft Opfer brutaler
Polizeiattacken wurden, bei denen ihre Dreadlocks abgeschnitten
wurden.
Warum werden die Dreadlocks nicht geschnitten?
Tief religiöse Rastafari schneiden sich ihre Dreadlocks niemals.
Sie identifizieren sich mit den biblischen Nasiräern, welche unter anderem den Eid schworen weder Bart noch Haare zu
schneiden. Je länger die Dreadlocks, umso größer die spirituelle
Reinheit, Hingabe und Intensität der biblischen Lebensweise.
Sogenannte Tams (Strickmützen, oft in den Farben rot, grün
und gelb) und Turbane (häufig von den sogenannten Bobo-Dreads
getragen) sollen unter anderem dazu dienen, die Dreadlocks in der
Öffentlichkeit vor verunreinigenden Blicken zu schützen.
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| Source: http://en.wikipedia.org/wiki/Rastacap |
Als Beispiel für die Länge der Dreadlocks kann man sich sehr gut
Fotos von Bob Marley ansehen. Je älter er wurde, desto länger
wurden seine Dreadlocks – die er sich gegen Ende seines Lebens
leider krankheitsbedingt hat abschneiden müssen. Für ihn ein großer
Identitätsverlust.
Rastaman a lion
Die Rastas betrachten Dreadlocks als die natürliche afrikanische Haarform und damit als Ausdruck schwarzen Selbstbewusstseins bzw. afrikanischer Identität. In den 50ger Jahren galten die Dreadlocks der Rasta als Symbol für die Identifizierung mit dem afrikanischen Widerstand gegen den europäischen Kolonialismus*
Die Rastafari bezeichnen ihre Dreadlocks auch als Löwenmähne, da
sie sich mit dem Löwen identifizieren. Der Löwe steht unter anderem
für afrikanisches Selbstbewusstseins, Kraft und Unbesiegbarkeit.*
Lange Dreadlocks stehen für spirituelle Vollkommenheit, sind
jedoch keine absolute Bedingung für die Rastafari. Es gibt durchaus
Rastafari ohne Dreadlocks, für die es ebenso möglich ist, in der
göttlichen Kraft Jahs zu leben.
Esther Donkor
www.esthersiesta.com
* Volker Barsch: "Rastafari: Von Babylon nach Afrika"
Titelfoto: http://rastavibes.wordpress.com/get-dreadlocks-hair/
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Labels: Dreadlocks, Haare, Krausekultur, Rastafari