Was haben unsere Haare mit Nutella gemeinsam???!!!
(Achtung, dieser Text enthält Produktplatzierungen…) ;-)
„Nutella, der Morgen macht den Tag“ wirbt der
Schokocreme-Slogan für die süße Kalorienbombe. Schmiert man sie sich demzufolge
morgens aufs Brot endet der Tag mit Louis Armstrongs „What a wonderful world“.
Tut man es nicht, weil man vielleicht spät dran ist und den Bus verpasst oder
weil das Nutellaglas bis zum letzten Rest ausgekratzt, leer im Regal steht,
dann endet der Tag eher mit „Rain on me“ von Ashanti (Kennt die noch einer?).
Genauso wie Nutella für den Tagesablauf der Menschen verantwortlich sein soll,
bestimmen bei mir oft meine Haare, wie mein Tag verläuft. Kriege ich sie
morgens vorm Spiegel gut hin, starte ich meist selbstbewusst in den Tag, mit
frischem Mut und meistens gut gelaunt. Manchmal bekomme ich sogar hier und da
ein Kompliment, fühle mich zeitweise sexy und bin auch ganz schön eloquent.
An guten Haartagen achte ich auch mehr auf mein Outfit,
schaue genauer in meinen Kleiderschrank und kombiniere auch mal Kleidungsstücke
miteinander, die ich so noch nie zusammen getragen habe. Ich erfinde mich neu,
ziehe mir meine Kontaktlinsen an und gebe mir Mühe mit meinem Make-Up. Trotzdem
stehe ich an guten Haartagen morgens nicht unter Zeitdruck. Alles geht ganz
schnell und ich habe meistens sogar noch Zeit fürs Frühstück.

An schlechten Haartagen sieht das anders aus. Schon beim
Blick in den Spiegel weiß ich dann oft: „Das wird heute nix mit den Haaren…“
Ich bin von vorne herein unmotiviert und mache erstmal alles andere, bis ich mich
irgendwann den Haaren widme, weil ich es muss. Duschen, Zähneputzen,
Kaffeetrinken. Dann schnappe ich mir irgendwas aus dem Kleiderschrank und ziehe
mich an, schminke mich mehr schlecht als recht…ja und dann kommen irgendwann
mal dann doch die Haare dran. Dann bin ich aber meistens ziemlich lustlos und
knuddel mir einen Dutt zusammen. An solchen Tagen fühle ich mich morgens
schlapp. Dann trage ich auch oft meine Brille. Kombiniert mit einer Frisur die
mir nicht gefällt gefalle ich mir dann gänzlich nicht. An solchen Tagen bin ich
also ein Morgenmuffel und muffele mich auch so irgendwie durch den Tag. Auf der
Arbeit komme ich nicht richtig in Schwung, ich sehne mir das Wochenende herbei
und habe auch keine große Lust auf Smalltalk. Und ich habe das Gefühl, dass
mich die Leute anstarren – so unwohl fühle ich mich manchmal an schlechten
Haartagen. Das nervt.
Es gibt aber auch Tage, da lasse ich mich weder durch
Nutella noch durch meine Haare beeinflussen – und das sind mir die liebsten
Tage. Und zum Glück sind die immer noch in der Überzahl. Das sind nämlich Tage,
da bin ich einfach ich. Brille, Haare, Outfit, Make-Up – Darum geht’s dann gar
nicht. Und ich glaube, darauf kommt es an.
Der Slogan „Der Morgen macht den Tag“ mag manchmal
zutreffen, aber es wäre doch zu schade sich durch einen schlechten Morgen den
ganzen Tag vermiesen zu lassen.
(Esther)
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Labels: Haare, Krausekultur